Dienstag, 6. September 2016

CGM 447: 156 V: PREDIGT FÜR ORDENSLEUTE

So nun das also ist doch so mag man es gar leichterlichen vermeiden. sünderlich wir gaistlichen die also verr von allen yrdenischen begirden geschaiden süllen sein. und zuo der trünchenhait und fraßchait mit kainer ursach gezogen süllen werden nun ist ein andre gaistheliche fraßhait und trunchenhait. und werltliche sorg die vil swerer ist zuo scheüenn. wan sy uns nach der auff gebüng weltlichs gütz jn dem müesten (?) schedlich noch volgett.und es sey denn das mir (wir?) von der fraßhait und trünchenhait. und aller besytzung. und zuo fliessender(r?) ding geleüttertt und geseübert werdenn. anders unserr hertz pleibt mit einer schedlichen frasshait peswertt. und das beweyssenn uns die vetterr do sy sprechen was uber tegliche nottdürfft gett
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Besonders die geistlichen Leute können die o.g. Fehler vermeiden, da sie von irdischen Begierden fern und abgeschieden sein sollen, ebenso von Saufen und Fressen (=Gier).-Es gibt aber eine andere Gier und weltliche Sorge, die viel schwerer zu vermeiden ist, da diese, nachdem man das weltliche Gut aufgegeben hat, uns dennoch nachfolgt und schadet, es sei denn wir sind von Gier und Besitz befreit (geleutert; gesäubert). Ist dem nicht so, dann bleibt unser Herz durch die schädliche Gier beschwert, was die Väter (Kirchenväter; Altväter) beweisen, indem sie sprechen: das, was über das tägliche Bedürfnis hinausgeht...
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"muesten" (?): Weder konnte ich das Wort richtig entziffern noch im Lexer finden. Gut passen würde "Muße" (Müßiggang; Nichtstun) oder "meistens". Wenn ich ehrlich bin, weiß ich es nicht. Wer hat eine Idee?
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