Montag, 9. Juli 2012

PREDIGTEN VOM KLOSTERLEBEN: VIA ILLUMINATIVA: 5. PREDIGT

GEILER:
"(D)er fünfft nutz aines gaistlichen klosterlebens ist. daz ain mensche/ der in ainem kloster ist der ruowet sicherlicher...Der erst well (?) ist. zeitlicher gewalt. Die ander well. lieb der leiplichen fründ. Die drit well. weltliche sorgfaltigkait."

MÜNCHNER ANONYMUS:
"das 5. gut eines geistlichen standt ist. das der mensch in grösserer sicherung thut ruewen. sprach Cristus als geschriben ist Mathei an dem 11. capitel. kumpt her zu mir ir alle. die arbaiten. und seyt beschweret. verstee. mit den sündten. und (99v) mit weltlicher bekymmernüßsen. und ich werd euch speysen. verstee geistlichen. hebt auff mein joch yber euch. das ist. den standt der geistlikait. den ich hab getragen. in haltung der armut der keuschait und der ghorsamikait zu dem allervollkummensten. und so werdt ir rue finden euren seelen. und grosse stillikait. und das pillich. wan in dem geistlichen standt werdt der mensch nit beschweret. von dreyerlay gevärlikaiten. welliche die weltlichen menschen anfechten. und sy betrieben
zu dem-ersten das weltlich regiment und ständt
           -anderen vetterlich und mütterlich lieb.
           -dritten weltlich geschefft hendl und yebung"
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well=Woge, Welle; Walze; Stroh-, Reisigbündel.
val=Sturz, Verderben, Untergang, Tod
MATTHAS LEXER: MITTELHOCHDEUTSCHES TASCHENWÖRTERBUCH, Leipzig, 1930.
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EREC (Novizenmeister)

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