Dienstag, 28. August 2018

CGM 4597: TRAKTAT ÜBER GEWISSEN UND SÜNDEN (TEIL 4)

fol. 87 r: Es gibt dreierlei Werke:
1) die an sich gut sind, nur ein Umstand macht sie böse
2) die so übel sind, daß sie besser nicht geschähen (Ehe brechen, rauben, Angeberei, Ehre abschneiden)
3) die in der Mitte sind: "dy an jn selbß weder gut noch pöß sind alß sich jucken an dem hawpt (lies: haupt) oder ain halm auf heben".
fol. 88 r: Die bürgerlichen Sitten sind zwar gut, aber in christlicher Hinsicht oft nutzlos! Auch Ungläubige haben solche Sitten! Sie machen deswegen niemanden selig! Da die Menschen nicht alle Bücher lesen können "noch all predig mugen haim suchen", soll man Gott lieben wie es der
fol. 88 v: Hl. AUGUSTINUS tat, "so verlat (=verläßt) sy (=sie, die Menschen) got nit". Es ist auch "gar ain guts und nucz zemercken das der hoch lerer GERSON der canczler von Parviß (=Paris) setzet jn ainem sendpuch von drey warrhaiten". Wer bekennt, ist "in dem stand deß hailß".
fol. 89 r: Was zählt ist der Vorsatz: "aber ich hab guten forrsatz mich fürbaß (=künftig; oder: wirklich, unbedingt) ze hutten vor der sünden und vor der sund ursach nach meinem vermugen".  JOH. GERSON:
89 v: Wenn einer gesündigt hat, wird er dies erkennen und die drei Warheiten einhalten: "so wurd er danach solich erkennen der drey warhait pehalten wie wol er vielleicht lange zeit müst  in dem fegfewr (lies: fegfeuer) sein" (Sinn unklar!?). Man soll diese drei Warheiten bekennen, nachts, morgens und wenn man in Not ist ("in notten sey").
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FINIS

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