Sonntag, 29. November 2015

ALBRECHT VON EYB: SPIEGEL DER SITTEN: INCIPIT-"DIE FROELICHE WUNNSAME ZEIT DES MAYEN"

Ain vorred des puchs vnd das/ dises puoch wirt genannt ain Spiegel der sitten.
ALs in der jartzal. tausent vierhundert. vierundsibentzig von vnsers herren Jesu christi gepurt/ in des goettlichen namen dises puechlin wurd angefangen gemittelt vnnd geendet/ was erscheinen die froeliche wunnsame zeit des Mayen/ der mit manicherlay varben der bluommen mit wolriechenden kreütlein/ vnd mit gruonenden wisen erleüchtet vnd bedecket das erdtrich/ mit verneüten plettern allenthalben beklaidet. die paüme die da mit suesser pluet getzieret/ ir künfftige frücht verhaissen den menschen/vnd die voegelein mit lieblicher stymme vnd armonien zwitzern frolocken/ vnnd ir gesang mit tenoriren discantiren vnd burdaumen füren schlahen/ vnd harpffen. Zuo solher Mayen zeit kame mir Albrechten von Eybe in baiden rechten dochtor Tummherren zuo Bamberg/ auch Eystet/ vnd Ertzpriester zuo Wirtzburg in gemuete vnd bedacht/ als wie ainem reichen vnd wolhabenden manne schwaere vnd layd ist/ kainen erben seiner hab nach jm zuo lassen/also sol schwaerer vnd laider sein den menschen die von dem hoechsten got haben die gnaden der kunst vnd verstentnuß/ so sy iren nachkommenden vnd geleerten der kunst. nichts lassende sein/ da mit sy (als die erben der verstentnuß vnd vernunfft) moechten erfreüet werden/ dartzuo mag vnd sol ainen yegklichen ermanen/ die Eer vnd gedechtnuß seines namens in ewigkeit/...(Zeile 19).

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