JEAN BOURDICHON: STUNDENBUCH ("OFFIZIUM DER MADONNA")
Vat. Lat. 3781 (Bibliotheca Apostolica Vaticana)
(Stundenbücher waren für den täglichen Gebrauch für fromme Laien konzipiert. Sie waren nicht zum Durchlesen geeignet (wobei dies nicht verboten war) und bildeten eher eine nützliche Orientierung durch das Jahr. Die Tage waren nach Heiligenfesten geordnet. Stundenbücher waren für das geistliche Wohl wichtig. Einige Beispiele für Stundenbücher:
-Stundenbuch des MARKGRAFEN CHRISTOPH VON BADEN
-Grandes Heures der ANNE DE BRETAGNE
-und natürlich die "Très Riches Heures des HERZOG VON BERRY"
(um nur einige zu nennen))
Abfassungszeit: 2. H. des 15. Jh oder frühes 16. Jh.
Papstwappen: PIUS VI., 1775-99
Kardinalswappen: KARD. ZELADA, Präfekt der Vat. Bibliothek, gest. 1801
hieraus ableitbar: Zeitpunkt der Bindearbeit
Umfang: 118 Bl. Pergament, 1 Bl. Papier; Bl. 1 fehlt (evtl. Tilgung von Besitzervermerk)
verschied. Lagen: Ternionen (6 Bl.), Quaternionen (8 Bl.), Binionen (4 Bl.)
Bl. 20: ausgetauscht
Foliierung: wohl spät. 18. Jh., s. Duktus
Schrift: flüssig, kleine Buchstaben, eng nebeneinander, kleine Rundungen (nicht rechtwinklig wie bei Textura); sog. Bastarda
Rubriken
Inhalt: 1.) Texte aus den Evangelien, z.B. Joh. 1,1-14, Gebet, Antiphon, Responsorium.
2.) ein ebenfalls nach Stunden geordneter Teil
3.) 7 Bußpsalmen fol. 91v: Rubrik ad matutinas mortuorum (Toten-Offizium)
4.) Antiphone, bestimmte Heilige, Heiligen-Suffragien (z.B. Sebastian)
viele Miniaturen (z.B. Evangelisten)
für den Gebrauch von Rom
Der Autor:
-in den ACTA SANCTORUM erwähnt-famulus camerae (valet de chambre)-Maler des Königs-gehörte zum Hofstaat-Zeuge eines Konsekrationsprozesses (1513 für FRANZ VON PAULA; BOURDICHON war damals 56 J. alt, daher geb. 1457, Tours)-stellte Totenmasken und Portraits des genannten F. VON PAULA her; eine Totenmaske 12 Tage nach dessen Tod bei der Exhumierung (der Tote angebl. ohne Verwesungsspuren; (wichtig bei heil. Leichen! AdV.)-1520: er erhält Zahlung für Dekoration der Zelte beim Treffen von FRANZ I. mit HEINRICH VIII.-"enlumineur et painctre du Roy"-30 Quellen über seine Tätigkeit (2mal geht es allerdings nur um sein Maultier)-Arbeiten dekorativer Art (Fahnen, Bilder von Gewappneten u. Rittern des Michaelsorden)-sozusagen "Faktotum" für den Hof-Stundenbücher für ANNE DE BRETAGNE und FRANZ I. (Geschenk)-gest. 1520; 64 J. alt.
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Einführ.: E. König
Textproben:
-Fol 21 r: Unde quicquid ab eo petitis sine mora obtinetis (daher werdet ihr unverzüglich erhalten, was ihr von ihm erstrebt (erbeten) habt).
-Et post huius vite cursum ad gaudia me ducat electorum suorum benignissimus paracletus a quo bona cuncta praecedunt (und nach dem Lauf dieses Lebens führe mich der allergütigste Parakletus, von dem alle Güter "hervorgehen" (?), zu den Freuden seiner Auserwählten).
Das ist doch schön! Parakletus war (by the way) der Fürsprecher vor Gott. Praktisch, so einen Bekannten zu haben!
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E.
Diese Seite befasst sich mit dem Mittelalter (Medium Aevum) und hat ihren Schwerpunkt im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation (Sacrum Romanum Imperium Nationis Germanicae).
Sonntag, 16. September 2012
Dienstag, 14. August 2012
BURG HOHENBEILSTEIN
Die Burg Hohenbeilstein liegt oberhalb von Beilstein im Landkreis Heilbronn.
Die Ursprünge der Burg liegen im 11. Jahrhundert. Sie wurde durch die Grafen von Calw erbaut und ging dann 1340 in den Besitz Württembergs über. Die Burg erlebte mehrere Belagerungen, von denen besonders die im Bauernkrieg und die im Pfälzischen Erbfolgekrieg gravierend waren.
Von der ursprünglichen Burg ist noch der Bergfried "Langhans" erhalten, nicht mehr aber der Palas.
Einige Nebengebäude in der Vorburg werden heute zur Gastronomie und für die Falknerei benutzt.
Gegen Ende des 19. Jhd.s wurde die Anlage vom Unternehmer Robert Vollmöller übernommen.
In den 2000er-Jahren fanden auf der Burg Hohenbeistein zahlreiche Mittelaltermärkte statt, auf denen neben Gauklern, Händlern und Fechtgruppen auch berühmte Musikgruppen wie Filia Irata oder Cradem Aventure auftraten. Allerdings gab es gegen diese Veranstaltungen Beschwerden der Nachbarschaft.
2012 wird aber zum 40-jährigen Jubiläum der Falknerei das "Fest der Sinne" stattfinden.
http://www.falknerei-beilstein.de/
Die Burg Hohenbeilstein liegt oberhalb von Beilstein im Landkreis Heilbronn.
Die Ursprünge der Burg liegen im 11. Jahrhundert. Sie wurde durch die Grafen von Calw erbaut und ging dann 1340 in den Besitz Württembergs über. Die Burg erlebte mehrere Belagerungen, von denen besonders die im Bauernkrieg und die im Pfälzischen Erbfolgekrieg gravierend waren.
Von der ursprünglichen Burg ist noch der Bergfried "Langhans" erhalten, nicht mehr aber der Palas.
Einige Nebengebäude in der Vorburg werden heute zur Gastronomie und für die Falknerei benutzt.
Gegen Ende des 19. Jhd.s wurde die Anlage vom Unternehmer Robert Vollmöller übernommen.
In den 2000er-Jahren fanden auf der Burg Hohenbeistein zahlreiche Mittelaltermärkte statt, auf denen neben Gauklern, Händlern und Fechtgruppen auch berühmte Musikgruppen wie Filia Irata oder Cradem Aventure auftraten. Allerdings gab es gegen diese Veranstaltungen Beschwerden der Nachbarschaft.
2012 wird aber zum 40-jährigen Jubiläum der Falknerei das "Fest der Sinne" stattfinden.
http://www.falknerei-beilstein.de/
Freitag, 20. Juli 2012
WILHELM VON OCKHAM: EINZELDINGE CONTRA ALLGEMEINBEGRIFFE

(um 1290/ 1300-1349)
Franziskaner, genannt: "DOCTOR INVINCIBILIS"!
OCKHAM vertrat im sog. UNIVERSALIENSTREIT die Position des NOMINALISMUS. Dieser besagt:
Die UNIVERSALIA (Allgemeinbegriffe) existieren nicht in Wirklichkeit, sondern nur in unserem Intellekt. Sie sind nur NOMINA (Benennungen), reine Gedankenkonzeptionen (daher Konzeptualismus), keine wirklichen Abbilder der Dinge, sondern nur Zeichen (signa, termini; daher Terminismus). Es gibt keine Wesenheiten an sich.
Dazu K. VORLÄNDER:
"Es gibt keine allgemeine Wesenheit an sich, z.B. einen Menschen an sich; das wäre eine unnütze Verfielfachung des Seienden, entgegen dem Grundsatz unseres SCHOLASTIKERS: ENTIA PRAETER NECESSITATEM NON SUNT MULTIPLICANDA. Der Satz 'der Mensch ist sterblich' bedeutet nichts anderes als: alle einzelnen Menschen sind sterblich. Es gibt als Erkenntnisgegenstand nur das Einzelne."
(KARL VORLÄNDER: PHILOSOPHIE DES MITTELALTERS (Geschichte der Phil. II mit Quellentexten, Hamburg 1964 (Rowohlt), S. 105.)
Es standen sich zwei Positionen unversöhnlich gegenüber:
1.) UNIVERSALIA POST RES (NOMINALISMUS).
2.) UNIVERSALIA ANTE RES (REALISMUS, vergleichbar mit dem heutigen erkenntnistheoretischen IDEALISMUS; Vertreter dieser Richtung waren z.B.: ANSELM VON CANTERBURY und THOMAS VON AQUIN).
Für den NOMINALISTEN und EMPIRISTEN OCKHAM gilt Position 1: Die Einzeldinge sind das einzig Wirkliche. Von ihnen muß man ausgehen.
Weiterhin lehrte OCKHAM die natürliche Unwissenheit des Menschen in entscheidenden Fragen. Allerdings sei es (und da ist er ganz Kirchenmann) verdienstvoll, das Unbewiesene zu glauben.
Sodann eifert er gegen Papst und Reichtum. Die völlige Besitzlosigkeit ist der "STATUS PERFECTISSIMUS".
(Dazu GEILER VON KAISERSBERG: "die armen francissen", so Geiler, "die wöllend nits gehaben".)
1326: Verurteilung seiner Lehre (2 Jahre zuvor hatte er sogar in Avignon die INQUISITION auf dem Hals)
1340: "feierliche" Verwerfung seiner Lehre durch die Universität Paris.
1349 verließ Bruder WILHELM diese böse Welt als "glaubketzer", wie GEILER sagen würde.OPERA:
"KOMMENTAR ZU DEN SENTENZEN DES LOMBARDEN"
"SUMMA DER GANZEN LOGIK"
"QUAESTIONES"
---
"Nobody expects the Spanish Inquisition..."
(Monty Python's)
---
EREC
(um 1290/ 1300-1349)
Franziskaner, genannt: "DOCTOR INVINCIBILIS"!
OCKHAM vertrat im sog. UNIVERSALIENSTREIT die Position des NOMINALISMUS. Dieser besagt:
Die UNIVERSALIA (Allgemeinbegriffe) existieren nicht in Wirklichkeit, sondern nur in unserem Intellekt. Sie sind nur NOMINA (Benennungen), reine Gedankenkonzeptionen (daher Konzeptualismus), keine wirklichen Abbilder der Dinge, sondern nur Zeichen (signa, termini; daher Terminismus). Es gibt keine Wesenheiten an sich.
Dazu K. VORLÄNDER:
"Es gibt keine allgemeine Wesenheit an sich, z.B. einen Menschen an sich; das wäre eine unnütze Verfielfachung des Seienden, entgegen dem Grundsatz unseres SCHOLASTIKERS: ENTIA PRAETER NECESSITATEM NON SUNT MULTIPLICANDA. Der Satz 'der Mensch ist sterblich' bedeutet nichts anderes als: alle einzelnen Menschen sind sterblich. Es gibt als Erkenntnisgegenstand nur das Einzelne."
(KARL VORLÄNDER: PHILOSOPHIE DES MITTELALTERS (Geschichte der Phil. II mit Quellentexten, Hamburg 1964 (Rowohlt), S. 105.)
Es standen sich zwei Positionen unversöhnlich gegenüber:
1.) UNIVERSALIA POST RES (NOMINALISMUS).
2.) UNIVERSALIA ANTE RES (REALISMUS, vergleichbar mit dem heutigen erkenntnistheoretischen IDEALISMUS; Vertreter dieser Richtung waren z.B.: ANSELM VON CANTERBURY und THOMAS VON AQUIN).
Für den NOMINALISTEN und EMPIRISTEN OCKHAM gilt Position 1: Die Einzeldinge sind das einzig Wirkliche. Von ihnen muß man ausgehen.
Weiterhin lehrte OCKHAM die natürliche Unwissenheit des Menschen in entscheidenden Fragen. Allerdings sei es (und da ist er ganz Kirchenmann) verdienstvoll, das Unbewiesene zu glauben.
Sodann eifert er gegen Papst und Reichtum. Die völlige Besitzlosigkeit ist der "STATUS PERFECTISSIMUS".
(Dazu GEILER VON KAISERSBERG: "die armen francissen", so Geiler, "die wöllend nits gehaben".)
1326: Verurteilung seiner Lehre (2 Jahre zuvor hatte er sogar in Avignon die INQUISITION auf dem Hals)
1340: "feierliche" Verwerfung seiner Lehre durch die Universität Paris.
1349 verließ Bruder WILHELM diese böse Welt als "glaubketzer", wie GEILER sagen würde.OPERA:
"KOMMENTAR ZU DEN SENTENZEN DES LOMBARDEN"
"SUMMA DER GANZEN LOGIK"
"QUAESTIONES"
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"Nobody expects the Spanish Inquisition..."
(Monty Python's)
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EREC
Donnerstag, 19. Juli 2012
LEININGER GESCHICHTE: HISTORISCHE GESTALTEN
1.) GRAF FRIEDRICH IV: dieser erhält vom WORMSER BISCHOF EBERWEIN einen LEHENSBRIEF für die Burg (bekommt man nicht alle Tage!)
2.) 1316: die Brüder FRIEDRICH V und JOFRIED: Teilung in zwei LINIEN
3.) LANDGRAF HESSO: Er wird 1444 zum FÜRSTLICHEN LANDGRAFEN erhoben (nachträglich: Glückwunsch!). Unter ihm erlebte die GRAFSCHAFT die höchste Blüte. Nach seinem Tod: größter Erbstreit in der lein. Geschichte!
4.) Emich VII (Vetter des HESSO): hielt sich für den Erben und besetzte die Burg
5.) MARGARETHE VON WESTERBURG (Schwester HESSOS): didn't like this! (Sie holte den KURFÜRSTEN FRIEDRICH I VON DER PFALZ (auch BISCH. REINHARD I VON WORMS verbündete sich mit diesem; Kirche immer auf Seiten der Stärkeren!)
1467: Vertrag: der KURFÜRST sollte für sein Intervenieren die Hälfte von Burg und Stadt bekommen plus 23 Ortschaften. Der KURFÜRST kam und EMICH floh (1468). Ende.
6.) KUNO I (Sohn der MARGARETHE): starb
7.) REINHART IV: ihr Enkel mit dem lustigen Titel: S.R. I.S.=Sacri Romani Imperii Semperliber, was heißen soll: er war REICHSUNMITTELBAR (d.h. keiner konnte ihm was außer der Kaiser)
Reinhart schein geschäftstüchtig gewesen zu sein. 1504 half er dem KURFÜRSTEN mit 8000 Goldgulden aus. Dafür bekam er die Hälfte von Stadt und Burg, die im Erbfolgestreit an die Kurpfalz gefallen war, als ERBLEHEN zurück.
1504: Instandsetzung der Befestigungswerke
WORMS besaß immer noch einen Teil der Burg, der vor sich hinbröckelte. Reinhart schrieb einen Brief an den Kurfürsten: "wie das Sloss und Stättlein an Thorn, Pfortten, Mauren, Zinnen und Graben verfall und zergehe, daß ihme seines theils hochbeschwerlich".
8.) seine Söhne: PHILIPP und KUNO II: Philipp starb; Kuno übergab seiner Halbschwester EVA Neuleiningen "unterpfändlich und nutznießlich mit aller Hoheit auf Lebensheit".
9.) 1522: GRÄFIN EVA zieht ein und bleibt 20 Jahre. Diese war sehr beliebt und "hielt den Laden zusammen".
EVA war eine kluge Frau: Im BAUERNKRIEG wickelte sie 1524 marodierende Bauern um den Finger. Sie ließ die Zugbrücke herab, schritt den Bauern würdevoll entgegen und redete sanft auf sie ein. Dann lud sie diese in die Burg ein. Sie bediente die Bauern mit Essen und Wein. Darauf zogen die Bauern friedlich und geehrt ab.
EVA starb 1543 "tief betrauert".
10.) GRAF LUDWIG ZU LEININGEN-WESTERBURG-RIXINGEN: 1620: Mauern und Türme werden renoviert, z.T. neu erbaut.(Im 30jähr. Krieg zogen die Schweden plündernd durch die Straßen, wurden aber am Schloßtor beschossen. Mutig! Dennoch: Durch Not und Pest gab es am Ende des Krieges noch 27 Einwohner!)
11.) JOHANN LUDWIG ZU LEININGEN-WESTERBURG-OBERBRONN: bis 1665 im Schloß
12.) PHILIPP II ZU LEININGEN-WESTERBURG-RIXINGEN: bis 1668
13.) LUDWIG EBERHART ZU LEININGEN-WESTERBURG-RIXINGEN: bis 1668
14.) PHILIPP LUDWIG ZU LEININGEN-WESTERBURG-RIXINGEN: bis 1690 (Zerstörung)
(Im ORLÉANSCHEN KRIEG zerstörten Truppen des "SONNENKÖNIGS" u.a. ALTLEININGEN.)
(PHILIPP LUDWIG war der letzte Herr von Leiningen. Nach dem Frieden von RIJSWIJK kehrte er zurück und residierte ab 1700 in Grünstadt. 1705 fiel er in der Schlacht von CASSANO
15.) GEORG II KARL LUDWIG GRAF ZU LEININGEN-WESTERBURG-NEU-LEININGEN (1666-1726): "segensvolle Aufbautätigkeit"
(nach seinem Tode: Regentschaft seiner Frau MARGARETHE)16.) Söhne: CARL I und ERNST
(1793: abwechselnd franz. u. preuß. Truppen; 1794: GENERAL BLÜCHER: Kämpfe um und in Grünstadt; 1797: das linke Rheinufer in franz. Hand; Departement MONT TONNÈRE (=Donnersberg)
Auflösung der GRAFSCHAFT: 1801; die Ruine kommt in franz. Besitz (nach dem FRIEDEN VON LUNÉVILLE); 1805: Verkauf an die Gemeinde Neuleiningen; 1827: Erwerb durch den Lehrer PHILIPP HOLTERBACH.
(Ab 1822 wurde der Burghof für Obstbäume und Kohlköpfe genutzt. Bei Aufräumarbeiten fand man "Feldschlangen" (!), Zinnkannen, Münzen, Pfeile, Waffenteile!
17.) GRAF KARL EMICH ZU LEININGEN-WESTERBURG: Rückkauf der Burg; 1874
18.) FÜRST EMICH (1866-1939): sorgt für die Erhaltung der Burg
---
LIT: HANS HEIBERGER: NEULEININGEN-GESCHICHTE EINER BERGFESTUNG, Heidelberger Verlagsanstalt und Druckerei, Neuleiningen 1979, Heidelberg 1982.
JOSEF RÜTTGER/ WOLFGANG M. SCHMITT: UNTERWEGS IM LEININGER LAND, Garamond Verlag, Grünstadt (Pfalz), 1986.
---
EREC
1.) GRAF FRIEDRICH IV: dieser erhält vom WORMSER BISCHOF EBERWEIN einen LEHENSBRIEF für die Burg (bekommt man nicht alle Tage!)
2.) 1316: die Brüder FRIEDRICH V und JOFRIED: Teilung in zwei LINIEN
3.) LANDGRAF HESSO: Er wird 1444 zum FÜRSTLICHEN LANDGRAFEN erhoben (nachträglich: Glückwunsch!). Unter ihm erlebte die GRAFSCHAFT die höchste Blüte. Nach seinem Tod: größter Erbstreit in der lein. Geschichte!
4.) Emich VII (Vetter des HESSO): hielt sich für den Erben und besetzte die Burg
5.) MARGARETHE VON WESTERBURG (Schwester HESSOS): didn't like this! (Sie holte den KURFÜRSTEN FRIEDRICH I VON DER PFALZ (auch BISCH. REINHARD I VON WORMS verbündete sich mit diesem; Kirche immer auf Seiten der Stärkeren!)
1467: Vertrag: der KURFÜRST sollte für sein Intervenieren die Hälfte von Burg und Stadt bekommen plus 23 Ortschaften. Der KURFÜRST kam und EMICH floh (1468). Ende.
6.) KUNO I (Sohn der MARGARETHE): starb
7.) REINHART IV: ihr Enkel mit dem lustigen Titel: S.R. I.S.=Sacri Romani Imperii Semperliber, was heißen soll: er war REICHSUNMITTELBAR (d.h. keiner konnte ihm was außer der Kaiser)
Reinhart schein geschäftstüchtig gewesen zu sein. 1504 half er dem KURFÜRSTEN mit 8000 Goldgulden aus. Dafür bekam er die Hälfte von Stadt und Burg, die im Erbfolgestreit an die Kurpfalz gefallen war, als ERBLEHEN zurück.
1504: Instandsetzung der Befestigungswerke
WORMS besaß immer noch einen Teil der Burg, der vor sich hinbröckelte. Reinhart schrieb einen Brief an den Kurfürsten: "wie das Sloss und Stättlein an Thorn, Pfortten, Mauren, Zinnen und Graben verfall und zergehe, daß ihme seines theils hochbeschwerlich".
8.) seine Söhne: PHILIPP und KUNO II: Philipp starb; Kuno übergab seiner Halbschwester EVA Neuleiningen "unterpfändlich und nutznießlich mit aller Hoheit auf Lebensheit".
9.) 1522: GRÄFIN EVA zieht ein und bleibt 20 Jahre. Diese war sehr beliebt und "hielt den Laden zusammen".
EVA war eine kluge Frau: Im BAUERNKRIEG wickelte sie 1524 marodierende Bauern um den Finger. Sie ließ die Zugbrücke herab, schritt den Bauern würdevoll entgegen und redete sanft auf sie ein. Dann lud sie diese in die Burg ein. Sie bediente die Bauern mit Essen und Wein. Darauf zogen die Bauern friedlich und geehrt ab.
EVA starb 1543 "tief betrauert".
10.) GRAF LUDWIG ZU LEININGEN-WESTERBURG-RIXINGEN: 1620: Mauern und Türme werden renoviert, z.T. neu erbaut.(Im 30jähr. Krieg zogen die Schweden plündernd durch die Straßen, wurden aber am Schloßtor beschossen. Mutig! Dennoch: Durch Not und Pest gab es am Ende des Krieges noch 27 Einwohner!)
11.) JOHANN LUDWIG ZU LEININGEN-WESTERBURG-OBERBRONN: bis 1665 im Schloß
12.) PHILIPP II ZU LEININGEN-WESTERBURG-RIXINGEN: bis 1668
13.) LUDWIG EBERHART ZU LEININGEN-WESTERBURG-RIXINGEN: bis 1668
14.) PHILIPP LUDWIG ZU LEININGEN-WESTERBURG-RIXINGEN: bis 1690 (Zerstörung)
(Im ORLÉANSCHEN KRIEG zerstörten Truppen des "SONNENKÖNIGS" u.a. ALTLEININGEN.)
(PHILIPP LUDWIG war der letzte Herr von Leiningen. Nach dem Frieden von RIJSWIJK kehrte er zurück und residierte ab 1700 in Grünstadt. 1705 fiel er in der Schlacht von CASSANO
15.) GEORG II KARL LUDWIG GRAF ZU LEININGEN-WESTERBURG-NEU-LEININGEN (1666-1726): "segensvolle Aufbautätigkeit"
(nach seinem Tode: Regentschaft seiner Frau MARGARETHE)16.) Söhne: CARL I und ERNST
(1793: abwechselnd franz. u. preuß. Truppen; 1794: GENERAL BLÜCHER: Kämpfe um und in Grünstadt; 1797: das linke Rheinufer in franz. Hand; Departement MONT TONNÈRE (=Donnersberg)
Auflösung der GRAFSCHAFT: 1801; die Ruine kommt in franz. Besitz (nach dem FRIEDEN VON LUNÉVILLE); 1805: Verkauf an die Gemeinde Neuleiningen; 1827: Erwerb durch den Lehrer PHILIPP HOLTERBACH.
(Ab 1822 wurde der Burghof für Obstbäume und Kohlköpfe genutzt. Bei Aufräumarbeiten fand man "Feldschlangen" (!), Zinnkannen, Münzen, Pfeile, Waffenteile!
17.) GRAF KARL EMICH ZU LEININGEN-WESTERBURG: Rückkauf der Burg; 1874
18.) FÜRST EMICH (1866-1939): sorgt für die Erhaltung der Burg
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LIT: HANS HEIBERGER: NEULEININGEN-GESCHICHTE EINER BERGFESTUNG, Heidelberger Verlagsanstalt und Druckerei, Neuleiningen 1979, Heidelberg 1982.
JOSEF RÜTTGER/ WOLFGANG M. SCHMITT: UNTERWEGS IM LEININGER LAND, Garamond Verlag, Grünstadt (Pfalz), 1986.
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EREC
BURG NEULEININGEN: BURGRUINE BEI GRÜNSTADT
Die Burg ist eine Gründung der GRAFEN VON LEININGEN.
deren Stammburg: ALTLEININGEN
Bauherr: GRAF FRIEDRICH III: zw. 1238 u. 41
Die Burg hat franz. Vorbilder.
Grundriß: 45 mal 48 m, rechteckig-trapezförmig
Ringmauer-Schießscharten für Bogenschützen-mächtige Rundtürme-der Turm an der Nordwestecke: runder Bergfried (ungewöhnlich)
Die Burg wird zum sog. "Kastelltyp" gerechnet, der sich aus dem spätröm. Kastell entwickelt hat (bei uns so gut wie unbekannt; hier in Neuleiningen zum ersten Mal durchgeführt).
Entfernung eines Turmes vom anderen: ca. 30 m (diese Distanz garantiert Treffsicherheit)
Wohngebäude: frühgot. Bauformen
Bruchsteinmauerwerk
Kein Zwinger (Funktion: Belagerungsmaschinen aufhalten)
stattdessen: Verbindung der Ortsbefestigung (mit Schlüsselloch-Scharten für Armbrüste) mit Burg (dabei fungierte der Ort als Vorburg)
keine Buckelquader (im 13. Jh. üblich), sondern glatte Quader; deutet auf fremde Werkleute hin
1371: Verpfändung der Burg
unter LANDGRAF HESSO: eine der stärksten Festen der Gegend
1467: Erbstreit; GRAF EMICH VII sichert sich die Burg; darauf wendet sich das BISTUM WORMS (seit 1308 Lehensträger) an den KURFÜRSTEN VON DER PFALZ; dieser erobert "sloss mit dem stettlin"; good deal: dieser bekam die Hälfte von Burg und Dorf als Wormser Erblehen von den "frommen Herren"; Krieg als Geschäft.
ab 1508: Teilung zwischen HOCHSTIFT WORMS und Leiningen; zwei Wohnbauten: einer für Bist. Worms, der andere für die Leininger.
1555: GRAF PHILIPP I: Einführung der REFORMATION; Proteste aus Worms (hat denen nicht gefallen)
1690: Brandstiftung durch die Franzosen
1742: erneute Verpfändung an Worms; Grund: no money on the bank, s.o.
1767: Verkauf
1874: Wiedererwerbung durch GRAFEN VON LEININGEN-WESTERBURG.
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Quelle: GÜNTER STEIN: BURGEN UND SCHLÖSSER IN DER PFALZ.
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EREC
Die Burg ist eine Gründung der GRAFEN VON LEININGEN.
deren Stammburg: ALTLEININGEN
Bauherr: GRAF FRIEDRICH III: zw. 1238 u. 41
Die Burg hat franz. Vorbilder.
Grundriß: 45 mal 48 m, rechteckig-trapezförmig
Ringmauer-Schießscharten für Bogenschützen-mächtige Rundtürme-der Turm an der Nordwestecke: runder Bergfried (ungewöhnlich)
Die Burg wird zum sog. "Kastelltyp" gerechnet, der sich aus dem spätröm. Kastell entwickelt hat (bei uns so gut wie unbekannt; hier in Neuleiningen zum ersten Mal durchgeführt).
Entfernung eines Turmes vom anderen: ca. 30 m (diese Distanz garantiert Treffsicherheit)
Wohngebäude: frühgot. Bauformen
Bruchsteinmauerwerk
Kein Zwinger (Funktion: Belagerungsmaschinen aufhalten)
stattdessen: Verbindung der Ortsbefestigung (mit Schlüsselloch-Scharten für Armbrüste) mit Burg (dabei fungierte der Ort als Vorburg)
keine Buckelquader (im 13. Jh. üblich), sondern glatte Quader; deutet auf fremde Werkleute hin
1371: Verpfändung der Burg
unter LANDGRAF HESSO: eine der stärksten Festen der Gegend
1467: Erbstreit; GRAF EMICH VII sichert sich die Burg; darauf wendet sich das BISTUM WORMS (seit 1308 Lehensträger) an den KURFÜRSTEN VON DER PFALZ; dieser erobert "sloss mit dem stettlin"; good deal: dieser bekam die Hälfte von Burg und Dorf als Wormser Erblehen von den "frommen Herren"; Krieg als Geschäft.
ab 1508: Teilung zwischen HOCHSTIFT WORMS und Leiningen; zwei Wohnbauten: einer für Bist. Worms, der andere für die Leininger.
1555: GRAF PHILIPP I: Einführung der REFORMATION; Proteste aus Worms (hat denen nicht gefallen)
1690: Brandstiftung durch die Franzosen
1742: erneute Verpfändung an Worms; Grund: no money on the bank, s.o.
1767: Verkauf
1874: Wiedererwerbung durch GRAFEN VON LEININGEN-WESTERBURG.
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Quelle: GÜNTER STEIN: BURGEN UND SCHLÖSSER IN DER PFALZ.
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EREC
Mittwoch, 18. Juli 2012
DIE HARDENBURG: "CASTRUM HARTINBERCH"

Die Hardenburg heute und 1580
Lage: westl. von Bad Dürkheim, an der B 37, Isenachtal, Richtung Frankenstein und Kaiserslautern
Etymologie: hart=Wald
Vorläuferburg: 1206-14, schwer rekonstruierbar
urspr. Burgensystem: Nonnenfels (auf der anderen Talseite, nur noch geringe Reste)-Schloßeck (5eckiger Bergfried, Ringmauerreste)-Burganlagen in Dürkheim (um 1260-70)-Frankenstein (Anf. 13. Jh.)
Baubeginn der Hardenburg: 1206-14
Bauherren: GRAFEN VON LEININGEN: GRAF FRIEDRICH II VON SAARBRÜCKEN-LEININGEN (Sohn des GR. SIMON II VON SAARBRÜCKEN und der LUCARDIS VON LEININGEN)
Die Grafen hatten die LANDVOGTEI im SPEYERGAU sowie die SCHUTZVOGTEI über das KLOSTER LIMBURG inne.
Zweck der Burg: Sicherung der GELEITRECHTE auf der Talstraße (Die Stelle ist gut gewählt: zu beiden Seiten der Straße Felsen (natürliche Sperre).)
Konflikt mit den Äbten der Limburg: Grund: die Burg war auf Boden der Abtei errichtet
ab 1317: Stammsitz der jüngeren Linie
Die Burg ist Ausgangsbasis zahlreicher miltär. Aktionen. (Es gab ja sonst nichts zu tun.)
1376: Bündnis von Mainz, Worms und Speyer gegen die Leininger. Viel Feind, viel Ehr!
1463 u. 1471: Kämpfe gegen KURFÜRST FRIEDRICH DEN SIEGREICHEN VON DER PFALZ
ab 1500: Umbau unter EMICH VIII
seit 1538: unter ENGELHARD
(Kanonentürme (Rondelle)-der runde Geschützturm (Westbollwerk)-Gästehaus-Pforte zum "kleinen und großen Ausfallgarten" (auf d. J. 1501 datiert)-Schmiedeturm-mittelalterl. Tor-große gewölbte Keller-neuer Wohnbau-Geschütztürme an den Ecken-Gefängnisturm-Kugelturm-Tor-Rondell-verbindende Kurtinen (Ringmauern mit Wehrgängen)
1512-19: EMICH VIII in der REICHSACHT (wohl gepatzt)! Die Burg ist von Truppen des SCHWÄBISCHEN BUNDES besetzt.
weitere Bauelemente: großer Ausfallgarten- Unterburg-2 kleine Batterietürme-Bollwerk "Münze"
ab 1538: weiterer Ausbau
CASPAR WEITZ (Frankf. Stadtbaumeister): "die große Kommunikation" (Verbindungsbau)-Saalbau über Tordurchgang ("Palas")
1587: Pläne für Gartenanlage im "großen Ausfallgarten"
Anlage des "Lustgartens"
Brunnenschale (1564)
"Somit war denn gegen Ende des 16 Jh. eine der größten bzw. umfänglichsten Burganlagen der Pfalz fertiggestellt und gleichzeitig auch eine der letzten Burgen im mittelalterlichen Sinne, eine Anlage nämlich, die noch Wohnbau und Wehrbau zugleich gewesen ist."
(GÜNTER STEIN: BURGEN UND SCHLÖSSER IN DER PFALZ, München, Frankf. 1976, S. 191.)
30jähr. Krieg: diesen übersteht die Burg leidlich
1690-92: die Burg ist von Franzosen besetzt (in "alter Freundschaft" und als kleines Andenken an den "netten" Aufenthalt führen sie Sprengungen durch)
ab 1725: Bau eines Stadtschlosses und Verlegung der Residenz nach Dürkheim durch GRAF FRIEDRICH MAGNUS (auf der Burg: leiningische Beamte)
1793: Besuch von KÖNIG FRIEDRICH WILHELM II VON PREUSSEN
1794: die Burg wird von franz. Chasseurs in Brand gesteckt (nicht nett!)
(Entschädigung der Burgherren mit Gebieten um Miltenberg und Amorbach)
weitere Bauelemente: Betzenkamer-Wendelstiege-18m langer tonnengewölbter Gang-Saalbau-achtseitiger Treppenturm-Marstall-5 m hohe Keller (Kreuzgewölbe, 1509)-"Faßschrottür" (1510)-8 Kellerkompartimente-(Außenmauern mit Geschützscharten, hier 6 m stark!)-Badstube-Bäckerei-"Lilienportal" (Renaissancedekor)-"Totengewölbe".
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Quelle: Günter Stein: Burgen und Schlösser in der Pfalz(s.o.)
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Bei einem meiner Besuche auf der Burg zeigte mir einmal das "Burgfaktotum" Holzmurmeln aus dem Mittelalter. Vielleicht hat ja ein EMICH damit gespielt.
Bei anderer Gelegenheit meinte einer der Subalternen, der auf mich etwas debil wirkte, meinen Begleiter maßregeln und ihm den gebührenden Respekt verweigern zu können. Das geht natürlich in keiner Weise an! Kritik hat sich immer von oben nach unten und nicht umgekehrt zu richten. Merk er sich das, Kerl!
(Beim nächsten Mal gibt es 1 Woche Festungshaft!)
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EREC (euer Zwingherr)
Die Hardenburg heute und 1580
Lage: westl. von Bad Dürkheim, an der B 37, Isenachtal, Richtung Frankenstein und Kaiserslautern
Etymologie: hart=Wald
Vorläuferburg: 1206-14, schwer rekonstruierbar
urspr. Burgensystem: Nonnenfels (auf der anderen Talseite, nur noch geringe Reste)-Schloßeck (5eckiger Bergfried, Ringmauerreste)-Burganlagen in Dürkheim (um 1260-70)-Frankenstein (Anf. 13. Jh.)
Baubeginn der Hardenburg: 1206-14
Bauherren: GRAFEN VON LEININGEN: GRAF FRIEDRICH II VON SAARBRÜCKEN-LEININGEN (Sohn des GR. SIMON II VON SAARBRÜCKEN und der LUCARDIS VON LEININGEN)
Die Grafen hatten die LANDVOGTEI im SPEYERGAU sowie die SCHUTZVOGTEI über das KLOSTER LIMBURG inne.
Zweck der Burg: Sicherung der GELEITRECHTE auf der Talstraße (Die Stelle ist gut gewählt: zu beiden Seiten der Straße Felsen (natürliche Sperre).)
Konflikt mit den Äbten der Limburg: Grund: die Burg war auf Boden der Abtei errichtet
ab 1317: Stammsitz der jüngeren Linie
Die Burg ist Ausgangsbasis zahlreicher miltär. Aktionen. (Es gab ja sonst nichts zu tun.)
1376: Bündnis von Mainz, Worms und Speyer gegen die Leininger. Viel Feind, viel Ehr!
1463 u. 1471: Kämpfe gegen KURFÜRST FRIEDRICH DEN SIEGREICHEN VON DER PFALZ
ab 1500: Umbau unter EMICH VIII
seit 1538: unter ENGELHARD
(Kanonentürme (Rondelle)-der runde Geschützturm (Westbollwerk)-Gästehaus-Pforte zum "kleinen und großen Ausfallgarten" (auf d. J. 1501 datiert)-Schmiedeturm-mittelalterl. Tor-große gewölbte Keller-neuer Wohnbau-Geschütztürme an den Ecken-Gefängnisturm-Kugelturm-Tor-Rondell-verbindende Kurtinen (Ringmauern mit Wehrgängen)
1512-19: EMICH VIII in der REICHSACHT (wohl gepatzt)! Die Burg ist von Truppen des SCHWÄBISCHEN BUNDES besetzt.
weitere Bauelemente: großer Ausfallgarten- Unterburg-2 kleine Batterietürme-Bollwerk "Münze"
ab 1538: weiterer Ausbau
CASPAR WEITZ (Frankf. Stadtbaumeister): "die große Kommunikation" (Verbindungsbau)-Saalbau über Tordurchgang ("Palas")
1587: Pläne für Gartenanlage im "großen Ausfallgarten"
Anlage des "Lustgartens"
Brunnenschale (1564)
"Somit war denn gegen Ende des 16 Jh. eine der größten bzw. umfänglichsten Burganlagen der Pfalz fertiggestellt und gleichzeitig auch eine der letzten Burgen im mittelalterlichen Sinne, eine Anlage nämlich, die noch Wohnbau und Wehrbau zugleich gewesen ist."
(GÜNTER STEIN: BURGEN UND SCHLÖSSER IN DER PFALZ, München, Frankf. 1976, S. 191.)
30jähr. Krieg: diesen übersteht die Burg leidlich
1690-92: die Burg ist von Franzosen besetzt (in "alter Freundschaft" und als kleines Andenken an den "netten" Aufenthalt führen sie Sprengungen durch)
ab 1725: Bau eines Stadtschlosses und Verlegung der Residenz nach Dürkheim durch GRAF FRIEDRICH MAGNUS (auf der Burg: leiningische Beamte)
1793: Besuch von KÖNIG FRIEDRICH WILHELM II VON PREUSSEN
1794: die Burg wird von franz. Chasseurs in Brand gesteckt (nicht nett!)
(Entschädigung der Burgherren mit Gebieten um Miltenberg und Amorbach)
weitere Bauelemente: Betzenkamer-Wendelstiege-18m langer tonnengewölbter Gang-Saalbau-achtseitiger Treppenturm-Marstall-5 m hohe Keller (Kreuzgewölbe, 1509)-"Faßschrottür" (1510)-8 Kellerkompartimente-(Außenmauern mit Geschützscharten, hier 6 m stark!)-Badstube-Bäckerei-"Lilienportal" (Renaissancedekor)-"Totengewölbe".
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Quelle: Günter Stein: Burgen und Schlösser in der Pfalz(s.o.)
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Bei einem meiner Besuche auf der Burg zeigte mir einmal das "Burgfaktotum" Holzmurmeln aus dem Mittelalter. Vielleicht hat ja ein EMICH damit gespielt.
Bei anderer Gelegenheit meinte einer der Subalternen, der auf mich etwas debil wirkte, meinen Begleiter maßregeln und ihm den gebührenden Respekt verweigern zu können. Das geht natürlich in keiner Weise an! Kritik hat sich immer von oben nach unten und nicht umgekehrt zu richten. Merk er sich das, Kerl!
(Beim nächsten Mal gibt es 1 Woche Festungshaft!)
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EREC (euer Zwingherr)
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